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Barrierefrei wohnen: Das eigene Zuhause neu denken

Eine Schwelle, eine Stufe, eine zu schmale Tür – und plötzlich wird die Wohnung, in der man 40 Jahre gelebt hat, zur Hürde. Was sich umbauen lässt, wer es bezahlt und welche Lösungen wirklich Alltag aushalten.

Portrait von Jenny Von Jenny Redaktion · Pflege & Familie 8 Min. Aktualisiert im April 2026

„Solange wir können, bleiben wir hier.“ Diesen Satz hört man in jeder zweiten Familie. Damit er trägt, müssen drei Dinge zusammenkommen: kluger Umbau, verlässliche Hilfe und der Mut, sich rechtzeitig damit zu beschäftigen – nicht erst nach dem ersten Sturz.

Was sich oft schon mit kleinem Geld ändern lässt

  • Stolperfallen entfernen: lose Teppiche, Türschwellen, Kabel im Flur.
  • Beleuchtung verstärken: indirektes Licht im Schlafzimmer, Bewegungsmelder im Flur, helle Bäder.
  • Haltegriffe: an Toilette, Dusche, Treppenaufgang – montiert von einer Fachkraft, nicht selbst gebohrt.
  • Rutschfeste Bodenbeläge und Sitzgelegenheit in der Dusche.
  • Höhere Sitzmöbel: 50 cm Sitzhöhe schont jedes Knie.

Die drei großen Umbauten

1. Bodengleiche Dusche

Der „Klassiker“ unter den Umbauten – und der wirksamste. Statt Wanne mit Einstiegshöhe von 50 cm: ebenerdige Dusche mit Glaswand und festem Sitz. Kosten: 4.500 bis 9.000 € je nach Größe und Fliesenwahl. Mit Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse bis zu 4.180 €.

2. Treppenlift

Für gerade Treppen ab 4.000 €, für gewendelte ab 7.500 €. Wichtig: vor der Bestellung Angebote einholen und mit der Wohnumfeldverbesserung der Pflegekasse kombinieren. Mietmodelle gibt es ab 80 € pro Monat – sinnvoll, wenn der Bedarf nur vorübergehend ist (etwa nach einer OP).

3. Türverbreiterung & Schwellenabbau

Damit ein Rollator oder Rollstuhl durchpasst, braucht es eine lichte Türbreite von 80 cm – besser 90 cm. Der Aufwand ist überschaubar, weil Innentüren oft ohne große Eingriffe verschoben werden können.

„Bauen Sie nicht für den heutigen, sondern für den übernächsten Sommer. Was Sie jetzt vorausschauend planen, müssen Sie später nicht im Krankenhaus entscheiden.“

Wer bezahlt was?

  • Pflegekasse – bis 4.180 € pro „Maßnahme der Wohnumfeldverbesserung“ ab Pflegegrad 1.
  • KfW‑Förderbank – Zuschuss „Altersgerecht Umbauen“ bis 6.250 €, kombinierbar mit der Pflegekasse, Antrag vor Baubeginn.
  • Krankenkasse – Hilfsmittel wie Toilettensitzerhöhung, Duschstuhl, Pflegebett auf Verordnung.
  • Steuerlich absetzbar – Handwerkerleistungen mindern die Steuerlast jedes Jahr.

Eine Wohnberatung sollte vor jedem Umbau stehen

In fast jeder Stadt gibt es ehrenamtliche oder kommunale Wohnberater:innen, die kostenlos zu Ihnen kommen. Sie sehen, was Sie selbst nicht mehr sehen – die Klingelhöhe, den Lichtkreis, den Wendekreis vor dem Bett. Ihre Empfehlungen kommen ohne Verkaufsinteresse. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung (BAG) vermittelt eine Adresse in Ihrer Nähe.

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